2026 - Harz - Marten steigt vor | © DAV HL/Till Henning
2026 - Harz - Till sichert | © DAV HL/Till Henning
2026 - Harz - Tradgear | © DAV HL/Till Henning
2026 - Harz - Zustieg Mäuseklippen | © DAV HL/Till Henning
2026 - Harz - Adlerklippen Marten Vorstieg | © DAV HL/Till Henning

Rissklettern im Okertal

11.09.2026

Am Wochenende vom 11. bis 13. September waren wir zu viert – Marten, Annika, Alina und ich – zum Klettern im Harz.

Obwohl die Wettervorhersage wechselhaft war, schlugen wir am Freitagabend unsere Zelte im Okertal auf. Am Samstagmorgen wurden wir dann mit bestem Herbstwetter belohnt.

Da Annika ihre ersten Klettermeter machen und Alina den Umgang mit Klemmkeilen, Cams und Co. vertiefen wollte, fuhren wir am ersten Tag in das Schierker Gebiet. Dort wurden fleißig Seilkommandos, Abläufe innerhalb der Seilschaft und vieles mehr geübt. Die gute Absicherung an den Mäuseklippen bot Annika perfekte Bedingungen, um ihre ersten eigenen Meter im Vorstieg zu machen. Alina konnte solide Sicherungen im kompakten Granit legen. Auch die Abseilübungen meisterten beide super.

Marten und ich nutzten den Tag, um unterschiedlichste Standplätze zu bauen. Bei dem schon fast herbstlichen Wind pustete es dort oben ordentlich, sodass Vorsteigen ohne Windjacke keine Option war.

Zum Abschluss probierten Marten und ich uns noch an einem schönen 7er-Dach. Leider mussten wir feststellen, dass die Umlenkung entfernt worden war. Daher folgten ein klassischer Ausstieg und das Abklettern durch leichteres Gelände.

Kurz vor unserem Aufbruch konnten Marten und ich noch einen schönen überhängenden Riss im 6. Grad klettern. Anschließend meisterte Marten noch einen exponierten Riss-Highball onsight.

Der Tag endete mit einem Besuch an den Schnarcherklippen, wo wir bereits neue Ziele für weitere Klettertage ausmachten.

An unserem letzten Tag im Harz, dem Sonntag, machten wir uns auf ins Okertal. Dort nahmen wir uns die Adlerklippen vor und fanden einen schönen freien Wandabschnitt.

Der Klettertag begann mit einem schönen Risssystem und einem kurzen Mini-Kamin. Dabei kam ich ordentlich ins Schwitzen, denn die Sicherungen waren an dieser Stelle nicht so solide, wie ich es mir gewünscht hätte. Kräftiges Festhalten half dann wie immer: Durch Stützen, Verspreizen im Kamin und solide Handklemmer konnte ich die Schlüsselstelle doch noch im ersten Versuch klettern. Oben angekommen richtete ich den Standplatz ein und nahm Marten in die Nachsicherung.

Die zweite Seillänge hatte es dann allerdings in sich. Marten saß zweimal im Riss in den von ihm gelegten Sicherungen. An diesem Tag konnten wir beide die entscheidende Stelle nicht klettern, sodass wir definitiv noch einmal wiederkommen müssen. Dort konnten wir gut an einem Baum abseilen und den Fels vollständig sauber zurücklassen.

Anschließend ließen wir den Tag mit schönen, alpin anmutenden Klettereien ausklingen. Die tolle Aussicht ins Tal belohnte uns dabei immer wieder.

Alina konnte ihre bisher längste Felstour klettern – mit schönen Run-outs, Reibungsplatten und tollen Rissen. Marten und Annika kletterten zum Abschluss noch eine schöne Rissroute über zwei Seillängen und seilten anschließend über die volle Seillänge ab.

Wie immer nach einem langen Klettertag sorgte ein Bad in der Oker für eine ordentliche Erfrischung. So fuhren wir mit tollen Eindrücken, neuen Projekten und bleibenden Erinnerungen nach Hause und hatten ein großartiges Wochenende hinter uns.

Till