Heute möchte ich ein Gebiet vorstellen, das sich für uns Lübecker vielleicht eher zum Wandern und Staunen eignet als zum Klettern. Das findet dort nämlich überwiegend an und in Rissen statt, was zumindest für Kletterer, die in der Halle gelernt haben, sehr ungewöhnlich ist.
Wir, also Ralf und ich, haben Freunde in Sachsen, die ihre Urlaube in Adersbach verbringen. Das war für uns der Anlass, in diesem Sommer ein paar Tage dorthin zu fahren. Unser Vorsteiger und Lehrer war Mike Jäger, den aufmerksame Leser der Zeitschrift DAV Panorama als Autor eines Artikels über Adersbach kennen: Ausgabe 3/2024.
Wir fuhren also im August mit dem Auto in sieben Stunden dorthin, wurden herzlich begrüßt, und Familie Jäger hatte auch schon ein Programm für uns vorbereitet:
Am ersten Tag stand ein vom Zeltplatz aus sichtbarer Gipfel auf dem Programm, der XXX, den wir uns in Schulterriss-Technik erarbeiten mussten. Mike stieg vor und wir mit Hacke/Spitze-Fußtechnik und Ellenbogenklemmtechnik hinterher. Keine definierten Griffe oder Tritte! Zum Glück konnten wir nachsteigen, denn Zwischensicherungen gab es auch nicht.
Danach gingen wir zu kleinen Türmen zwischendrin, etwas abfällig „Quacken“ genannt. Doch halt: Wir kamen an einem Riss vorbei, den Mike noch nicht hatte, und da „sprang ihm das Seil aus dem Rucksack“. Er stieg hoch, die Familie hinterher. Leider schafften wir es nicht. War aber auch nicht so schlimm, denn der Riss führte auch nicht auf einen richtigen Gipfel, sondern war nur Massivkletterei …